Anti-Garten-Blog, mit der Motivation, in zwei bis drei Jahren
aus einem Horror-Garten einen Designer-Garten zu kreieren

Montag, 14. Januar 2013

Gravensteiner und Rheinischer Krummstiel

Im vergangenen Herbst schaffte ich es endlich - nach vier Jahren Planungszeit - zur Biologischen Station Haus Bürgel in Monheim am Rhein zu fahren, um meine beiden Apfelsorten bestimmen zu lassen. Ich traf auf einen sehr netten, kompetenten Herrn, der mich einließ und sofort Zeit für mich hatte. Ich hatte Musterbeispiele meiner beiden Apfelsorten mitgebracht - nebst Zweigen und Blättern. Der nette Herr ließ Zweige und Blätter links liegen und ergriff ein scharfes Obst-Messer. Er schnitt zuerst ein Stück aus dem einen Apfel heraus und kaute darauf herum. Dann brach es aus ihm heraus: Gavensteiner!! Ich war baff. 

Der Gravensteiner

Das gleiche Spiel mit meiner zweiten Apfel-Probe. Wieder benötigte er nur Sekunden: Rheinischer Krummstiel!! Ich erstarrte in Ehrfurcht. 
Anschließend bekam ich noch eine kurze Einweisung in die Apfelkunde, und dann kopierte er mir noch zu beiden Apfelsorten die entsprechende Seite aus einem Buch heraus. Und das alles für Lau. Ich bedankte mich tausendmal. 

Rheinischer Krummstiel

Er gab mir noch den Tipp, eine Woche später mit meinen Äpfeln zur mobilen Saftpresse in Haus Bürgel zu erscheinen und diese dort zu Saft verarbeiten zu lassen. Ich wollte es mir durch den Kopf gehen lassen. 

Dann fuhr ich mit meinem neu gewonnenen Wissen und den Kopien wieder nach Hause. Während der Fahrt schon entschied ich mich gegen die mobile Saftpresse, da dort die Äpfel im Ganzen ausgequetscht werden, so dass ich nicht nur naturtrüben Bio-Apfelsaft erhielt, sondern dieser versetzt war mit Wurm-, Raupen- und Schnecken-Saft. Darauf hatte ich keinen Appetit. 

Ich wollte zu Hause lieber meinen eigenen Saft pressen - nachdem ich die Äpfel kleingeschnibbelt und ent-tiert hatte. So lieh ich mir von einem guten Freund dessen Entsafter. Und schon am nächsten Morgen wollte ich meinem Kinde etwas Gutes tun und frisch gepressten Apfelsaft mit in die Schule geben. 
Ich stand schon um sechs Uhr auf und begann, zu schnibbeln. Nach einer Stunde hatte ich gerade mal 100 ml Saft produziert und war mit den Nerven am Ende. Das Kind bekam die 100 ml in seine Trinkflasche, und der Rest wurde mit Leitungs-Wasser aufgefüllt. Es würde ohnehin moppern, wenn es nicht seinen gewohnten KiBa-Saft in der Flasche hatte. Daher war meine Mühe sowieso für die Katz`. 

Den Entsafter habe ich danach nie wieder benutzt. Vielleicht sollte man lieber doch etwas anteiligen Kriechtier-Saft in Kauf nehmen und hätte dafür weniger Mühe? Bis zum nächsten Herbst wollte ich mir dies durch den Kopf gehen lassen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen